schauFELDER 2018: Pflanzenschutz ist ein Qualitätsmerkmal

Soja: Ohne Chance gegen Unkraut

Wie Bilder von Landwirt Mario Krammer aus dem Burgenland zeigen, haben auch die Sojabohnen-Pflanze gegen das Unkraut keine Chance: Dieses überwuchert die Sojapflanze deutlich und entscheidet so den Kampf um Licht, Wasser und Nährstoffe für sich. Im unbehandelten Feld (Bild 2 im Vergleich zu Bild 3) sind die Pflanzen kleiner und tragen weniger Sojabohnen, zudem ist die Bewuchsdichte deutlich geringer. Eine Steigerung der Selbstversorgung mit heimischen Soja ist ohne Pflanzenschutz also kaum möglich.

Ergebnisse 2018 zeigen deutlichen Unkrautbefall und Ernteverlust

"Pflanzenschutz ist ein Qualitätskriterium, nicht dessen Unterlassen. Denn Pflanzenschutz bewirkt gesunde Pflanzen, ertragreiche Ernten sowie leistbare und qualitativ hochwertige Lebens- und Futtermittel. Das aufzuzeigen, ist das Ziel des Projekts schauFELDER“, betont Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz.

Die „schauFELDER“ sind eine Aktion der IndustrieGruppe Pflanzenschutz, um den Nutzen von Pflanzenschutzmitteln zu veranschaulichen und Konsumenten zu sensibilisieren. Anhand von zwei aneinander angrenzenden Parzellen soll die unterschiedliche Entwicklung der Kulturen mit und ohne Pflanzenschutz aufgezeigt werden. Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, werden zwischen den beiden Anbauflächen Tafeln aufgestellt. Die Aktion startet vor der ersten Pflanzenschutzanwendung im Frühjahr und erstreckt sich bis zur Ernte. In dieser Zeit wird in der unbehandelten Parzelle auf alle Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet.

Daher führt die IGP die Aktion seit 2014 durch und arbeitet dabei mit zahlreichen Landwirten zusammen.

Ergebnisse 2018

Bei den Rübenfeldern der erzeugergemeinschaft zistersdorf (egz) sind die Kulturpflanzen nicht mehr erkennbar, da der Unkrautdruck zu groß ist und die Rüben den Kampf um Licht, Nährstoffe und Wasser verloren haben (Bilder 1 und 2). Auch beim Getreide kann im schauFELD nicht mehr geerntet werden, da der Unkrautdruck und mit ihm das Risiko einer Verunreinigung mit für den Menschen schädlichen Unkräutern zu hoch ist. (Bild 3). Beim Rübenfeld von Lorenz Mayr ist die Verunkrautung zwar noch nicht so stark, dass die Kulturpflanze gänzlich verschwunden ist, aber Krankheiten könnten den Rüben noch zusetzen (Bild 5). Die Sojabohne ist gerade noch beerntbar, Ertrag und Qualität bleiben jedoch abzuwarten - mit Einbußen ist jedoch zu rechnen.

Ergebnisse und einen Überblick über die schauFELDER-Aktionen der Vorjahre finden Sie auf unserer Projektseite unter https://www.igpflanzenschutz.at/igp/projekte/

 

Feldversuche der egz: Unkraut hat Kampf gegen Kulturpflanze gewonnen

Feldversuche der egz in unterschiedlichen Kulturen zeigen klar deutlich, dass die Kulturpflanzen keine Chance gegen Unkraut und Co. haben. Ernteausfälle sind bei Sonnenblume, Rübe und Mais zu erwarten. Vor allem bei der Rübe ist an eine effiziente Ernte nicht zu denken, zumal hier nur mehr kleine und qualitativ schlechtere Rüben zu erwarten sind. Das Unkraut überwuchert die Kulturpflanzen, die nicht mehr sichtbar sind. Auch bei Sonnenblume und Mais wird die Ernte derart erschwert, dass die Landwirte auf eine Ernte eher verzichten werden. Selbst für Laien ist klar erkennbar, wo die Grenzen zwischen behandeltem und unbehandeltem Feld sind.

Feldversuche der egz gemeinsam mit der IGP im Mais haben bereits 2014 gezeigt, dass neben dem Schädlingsbefall vor allem auch die schwierige Ernte mit Maschinen Auswirkungen auf den Ertrag und die Qualität hat (siehe Video).

Mais im schauFELD quasi ohne Kolben

Familie Braun hat aus Schlatt bei Schwanenstadt Bilder übermittelt. Dabei ist zu sehen, dass das schauFELD bereits im Frühjahr durch Buchweizen von der Winterbegrünung stark verunkrautet ist. Mittlerweile hat sich auch die gemeine Melde breit gemacht (siehe Bild 3). Am vierten Bild ist klar erkennbar: Die Maispflanze hat kaum Kolben angesetzt – der Ertragsverlust ist enorm.