IGP startet erneut Aktion schauFELDER

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Landwirte zeigen mit Teilnahme Auswirkungen des Verzichts auf Pflanzenschutz auf

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) führt 2019 zum sechsten Mal die Aktion schauFELDER durch. Im Zuge der Aktion legen die teilnehmenden Landwirte eine Vergleichsparzelle an, bei der gänzlich auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet wird. Von der Aussaat bis zur Ernte werden so die unterschiedliche Entwicklung der Kulturen und der Befall durch Schädlinge, Krankheiten und Unkraut veranschaulicht.

Getreide: Künftig mit hohen Ernteverlusten zu rechnen

„In der vergangenen Saison hat die heimische Landwirtschaft aufgrund von Schädlingen dramatische Ernteverluste bei Kartoffel und Zuckerrübe hinnehmen müssen. Künftig drohen durch den Wegfall von Wirkstoffen auch bei Getreide Ertragseinbußen. Wir wollen daher die Auswirkungen bei Getreide aufzeigen und den Konsumenten so für den Nutzen von Pflanzenschutzmaßnahmen aller Art sensibilisieren“, so Christian Stockmar, Obmann der IGP. „Wir unterscheiden nicht zwischen unterschiedlichen Bewirtschaftungsarten, sondern wollen Landwirtschaft mit Pflanzenschutz – sei es mechanisch, biologisch oder integriert – und ohne jeden Pflanzenschutz vergleichen. Damit zeigen wir die Auswirkungen des Verzichts auf jede Form des modernen Pflanzenschutzes auf.“ Bei der Aktion schauFELDER im Jahr 2014 gab es etwa bei der Gerste Verluste von 20 Prozent, beim Roggen von 25 Prozent, bei Winterdurum von 64 Prozent und beim Winterweizen von 72 Prozent.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat heuer gewarnt, dass die Menschen aufgrund der Dürre im laufenden Agrarjahr global mehr Getreide verbrauchen als geerntet wird. „Fallen künftig weitere Wirkstoffe weg, ist die globale Versorgungssicherheit mit Getreide gefährdet. Trockenheit oder anhaltend starker Regen sorgen bei Pflanzen für Stress und machen sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig sorgt der Klimawandel für eine stärkere Ausbreitung von Schädlingen. In dieser Situation brauchen die Landwirte eine möglichst breite Palette an Betriebsmitteln, um die Ernte vor Schadfaktoren schützen zu können“, betont Stockmar.

schauFELDER zeigten bereits 2014 drohende Ernteausfälle bei Zuckerrübe

„Bei der Aktion schauFELDER im Jahr 2014 haben wir vor den Auswirkungen des Verlusts von ganzen Wirkstoffgruppen vor allem für die Zuckerrübe gewarnt. Damals hatten wir in der Parzelle ohne Pflanzenschutz einen Ertragsverlust von 86 Prozent“, so Stockmar. 2016 waren auch bei der Kartoffel dramatische Unterschiede bei Ertrag und Qualität festzustellen.

„Europa und Österreich verlieren kontinuierlich ihre Fähigkeit, sich selbst zu versorgen. Durch den Klimawandel nimmt der Druck der Schadfaktoren zu. Gleichzeitig wird die Wirkstoffpalette für Landwirte immer kleiner, um gegen Schädlinge, Krankheiten und Unkraut vorzugehen“, warnt Stockmar. „Mit den schauFELDERN wollen wir die Auswirkungen des Verzichts auf Pflanzenschutz veranschaulichen, nämlich eine sinkende Selbstversorgung, steigende Importe und den Verlust der Wirtschaftlichkeit für die heimische Landwirtschaft.“

 

Aktuelle Informationen zur Aktion schauFELDER finden Sie unter https://www.igpflanzenschutz.at/projekte/