Industrie informiert über Umweltschutz

Der Umweltschutz ist ein wichtiges Anliegen der modernen Landwirtschaft. Schon in der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln wird auf Umweltbelange geachtet. Auswirkungen auf Wasser, Boden und Luft werden genauso in die Untersuchungen miteinbezogen wie beispielsweise jene auf Vögel und Nutzinsekten. Ein großer Teil der Entwicklungskosten wird für den Bereich Umweltschutz verwendet.

Zusätzlich beraten die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und die Landwirtschaftskammer in Österreich die sachkundigen Landwirte – denn nur diese dürfen Pflanzenschutzmittel für den beruflichen Anwender beziehen und anwenden – bei der richtigen und sachgerechten Anwendung.

Neben schwerpunktmäßigen Tagungen – etwa Gewässerschutztagungen – gibt es eine Reihe von Initiativen, um die Umwelt möglichst zu schonen. So existiert in Österreich seit vielen Jahren ein Sammelsystem für Leergebinde von Pflanzenschutzmitteln, die Spritzgeräteüberprüfung ist verpflichtend vorgeschrieben und Pflanzenschutzmittelkurse für Landwirte werden als Ergänzung zum verpflichtenden Sachkundenachweis angeboten. Blühflächen für Insekten und Bienen werden angelegt, sogenannte Pufferzonen – unbehandelte bewachsene Grünstreife zwischen Feldern und Oberflächengewässern – reduzieren zudem das Risiko von Abdrift und Abfluss von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer.

Gewässerschutz

Die Oberflächengewässer und ein sauberes Grundwasser tragen wesentlich zu einer intakten Natur und reinem Trinkwasser bei. Dementsprechend trägt der Gewässerschutz in der Landwirtschaft viel zur Sicherung der Wasserqualität bei. Grundvoraussetzung dafür ist der sichere und verantwortungsbewusste Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Grundsätzlich führen Landwirte Pflanzenschutz nach den Regeln der guten fachlichen Praxis durch. Richtiges Verhalten und moderne Technik helfen zudem, Einträge in Grund- und Oberflächenwasser zu vermeiden.

IGP und LK Österreich informieren Landwirte

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz hat gemeinsam mit der LK Österreich und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz die Gewässerschutztagung 2016 veranstaltet, die sich an Fachberater und Landwirte wendet. Die Fachvorträge unter dem Titel „Schutz von Oberflächengewässern beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“ widmeten sich Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Oberflächengewässern. Zur Information der Landwirte und zur Sensibilisierung für den Gewässerschutz wurden zwei Broschüren erstellt. Sie warnen vor den Auswirkungen von Abdrift bei der Applikation sowie vor Abfluss vom behandelten Feld und geben hilfreiche Tipps zur Prävention.

Die Gewässerschutztagung 2016 war die zweite Veranstaltung dieser Art. 2012 widmeten sich im Francisco Josephinum Wieselburg die Fachvorträge dem Schutz des Grundwassers. Im Anschluss wurden ebenfalls zwei Broschüren publiziert, die für den Schutz des Wassers sensibilisieren und eine Reihe von Präventionsmaßnahmen anbieten.

Die Vortragspräsentationen können hier heruntergeladen werden:

Biologische Vielfalt

Seit einigen Jahren berichten Wissenschaftler und Allgemein- und Fachmedien vermehrt über einen Rückgang der Biodiversität. Insbesondere der Bericht des Welt-Biodiversitätsrats (IPBES) zum Zustand der Ökosysteme und ihrer Artenvielfalt hat besorgniserregende Entwicklungen zutage gefördert. Dementsprechend herrschen über den Rückgang der globalen Artenvielfalt weitgehend Konsens und Besorgnis.

Lebensraumverlust als Hauptursache

Auch wenn der Rückgang der Biodiversität multifaktoriell bedingt ist, wird von Ökologen überzeugend der Verlust an geeigneten Lebensräumen als der wichtigste Faktor eingestuft. Lebensraum geht in erheblichem Maße durch Bebauung, Verstädterung und Landversiegelung sowie die Intensivierung der Landwirtschaft verloren. Weitere Faktoren sind Verkehr, Strukturveränderungen in der Landschaft, Flussbegradigungen, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Rodung von Hecken und Flurbereinigung. Der tägliche Bodenverbrauch in Österreich beträgt rund 12 Hektar – jeden Tag wird also eine Fläche von umgerechnet 13 Fußballfeldern in Anspruch genommen.

Im öffentlichen Diskurs werden oft eindimensional die Landwirtschaft und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als Ursache angeführt. Doch in einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft, wie sie die Agrarlandschaft darstellt, ist die Biodiversität generell hoch, nicht zuletzt, weil im integrierten Pflanzenbau klare Regelungen und Anforderungen für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gelten.

Höherer Ertrag fördert Biodiversität

In der modernen Landwirtschaft konnten die Erntemengen pro Hektar gesteigert werden. Das geschah durch eine höhere Anbauintensität, ausgedrückt durch Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Düngemitteleinsatz. Andere Flächen bleiben dadurch außerhalb der Produktion und für die Natur erhalten. Zum Beispiel werden dadurch Korridore zwischen natürlichen Lebensräumen erhalten. Viele Insektenarten, Spinnen und Feldvögel profitieren von der Strukturvielfalt und dem Nahrungsangebot solcher Naturgebiete.

Bodenschutz & Bodengesundheit

Ein fruchtbarer und gesunder Boden ist für die Landwirtschaft unbedingt notwendig und daher schützenswert. Jede Art der landwirtschaftlichen Nutzung ist ein Eingriff in die Natur und ihr sensibles Bodensystem. Es geht darum, diesen Eingriff so schonend wie möglich zu gestalten. Landwirte wählen zum Beispiel Formen der Bodenbearbeitung aus, die für das Bodenleben den geringsten Stressfaktor darstellen.

Bei der „konservierenden Bodenbearbeitung“ verzichten sie auf den Pflug und nutzen biologische Methoden (Begrünungen, Zwischenfrüchte, Regenwurmgänge) und mechanische Verfahren wie Striegeln und Eggen, die Böden nicht durchmischen. Das schützt wertvolle Bodenbewohner wie Regenwürmer vor Verletzungen und der Zerstörung ihres Lebensraums. Auch durch passende und richtig eingesetzte Pflanzenschutzmittel leistet die Landwirtschaft einen Beitrag zum Bodenschutz. Pflanzenschutzmittel werden dabei bereits in der Entwicklung umfassend auf ihr Verhalten im Boden geprüft und bewertet und sind biologisch abbaubar. Für den Abbau sorgen unter anderem im Boden lebende Mikroorganismen, die chemische Verbindungen auflösen. In Labor- und Freilandversuchen hat man festgestellt, dass bei wiederholter Anwendung eines Pflanzenschutzmittels der Abbau sogar immer schneller vonstatten geht.

CO2-Einsparungen

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft leistet einen erheblichen Beitrag zur Begrenzung der nationalen Treibhausgas-Emissionen. Das zeigt die Studie „Klimaeffekte des Pflanzenschutzes in Deutschland“ einer Forschergruppe um Professor Harald von Witzke, Leiter des Fachgebiets Internationaler Agrarhandel und Entwicklung der Humboldt-Universität in Berlin.

Pflanzenschutz reduziert Emissionen

Die Klimaeffizienz des Pflanzenschutzes zeigt sich in einer Beispielrechnung für Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide): Wenn Landwirte zur Herstellung der gleichen Menge Erntegut anstelle von Fungiziden andere Produktionsfaktoren auf zusätzlichem Ackerland einsetzen, würde dadurch nahezu die zwölffache Menge an Treibhausgasen freigesetzt. Die spezifischen Treibhausgas-Emissionen für die Produktion einer Tonne Weizen würden nach den Berechnungen der Forscher beim Wegfall der Fungizide um 13 Prozent von 404 kg/t auf 454 kg/t steigen. Indirekte Wirkungen, wie Landnutzungsänderungen, sind da noch nicht eingerechnet.

Auch Pflügen setzt CO2 frei. Organisches Material wird dem Sauerstoff der Luft ausgesetzt und oxidiert. Würden die Böden Europas ausschließlich mit Bodenbearbeitung durch Pflug bestellt, würden sich die CO2-Emissionen aus dem Boden verdoppeln, so die Schätzung von Wissenschaftlern. Unkrautbekämpfungsmittel leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine klimaschonende Bodenbearbeitung.

Beizung ist schonend für Boden und Nützlinge

Die Beizung zählt innerhalb der Pflanzenschutzanwendungen zu den schonendsten Verfahren. Dabei wird das Saatgut mit Beizmitteln überzogen, die die Pflanze in der sensiblen Phase der Keimung und des frühen Wachstums vor Schadfaktoren schützt. Diese Form der Ausbringung hat eine Vielzahl weiterer positiver Effekte: Es wird eine geringere Wirkstoffmenge auf einer geringeren Fläche – nämlich nur 0,5 Prozent der Gesamtfläche – ausgebracht. Zudem braucht der Landwirt deutlich weniger Überfahrten, da das Saatgut und der Wirkstoff gemeinsam ausgebracht werden. Das reduziert Emissionen, Bodenverdichtung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine umweltschonendere Produktion.