Vermeidung von Giftstoffen in Pflanzen

Pflanzenschutzmittel liefern ein Beitrag zu sicheren Lebensmitteln: Sie bekämpfen unter anderem Unkräuter, die unsere Lebens- und Futtermittel mit natürlichen, gesundheitsschädlichen Substanzen kontaminieren können. So waren etwa Tropanalkaloide in der Vergangenheit Grund für Produktrückrufe. Pflanzenschutzmittel bekämpfen zudem pilzliche Krankheitserreger wie Fusariosen, die Mykotoxine bilden können. Im Erntegut nicht behandelter Nutzpflanzen wie Weizen, Reis und Mais werden nicht selten Aflatoxine gefunden, die von Schimmelpilzen produziert werden und giftig sind. Pflanzenschutzmittel leisten damit einen Beitrag zum Schutz der Gesundheit bei Mensch und Tier.

Aber auch bei vielen anderen unerwünschten Schäden oder Qualitätsbeeinträchtigungen können Pflanzenschutzmittel Abhilfe schaffen: Äpfel mit Schorf, faule Kartoffeln, Obst mit Würmern und Insekten oder Schnecken im Salat können so vermieden werden. Einkaufsstudien belegen, dass Konsumenten beim Einkauf auch vorwiegend zu Produkten von einwandfreier Qualität greifen.

Rückstandsanalysen

Im Agrardiskurs werden die Ergebnisse von Rückstandsanalysen und dabei vor allem Überschreitungen oft fehlinterpretiert. Im Folgenden sollen zentrale Begriffe sowie das Zustandekommen von Höchst- und Grenzwerten kurz erklärt werden: Der Rückstandshöchstwert (MRL, engl. Maximum Residue Level) gibt an, wie hoch der Pflanzenschutzmittelrückstand z.B. in Obst und Gemüse sein darf. Dieser ist ein Handelswert und wird aus Feldversuchen abgeleitet. Aus einem typischen Warenkorb an Lebensmitteln und dem zuvor ermittelten MRL-Wert wird die täglich zu erwartende Aufnahmemenge eines Menschen abgeleitet. Diese muss unter dem ADI-Wert (engl. Acceptable Daily Intake) liegen, der im Labor ermittelt wurde (weitere Infos zu MRL- und ADI-Wert sind in der Zusammenfassung zu Rückständen abrufbar).

Wird der MRL-Wert überschritten, ist von einem nicht sachgemäßem bzw. nicht den Auflagen entsprechenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auszugehen. Das Produkt darf daher nicht verkauft werden, auch wenn für den Konsumenten bei geringfügigem Überschreiten des Höchstwertes kein Risiko besteht. In die Rückstandshöchstwerte sind zum Schutz der Verbraucher hohe Sicherheitsfaktoren eingerechnet.

Kontrolle & Verbraucherschutz

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird in der Öffentlichkeit emotional diskutiert. Die wissenschaftliche Bewertung möglicher Auswirkungen von Wirkstoffen auf die Gesundheit oder das Ökosystem ist umfassend. Permanente Analysen unserer Lebensmittel durch die AGES geben zusätzliche Sicherheit. Bei Rückstandsanalysen werden Lebensmittel auf mehr als 650 Wirkstoffe gleichzeitig untersucht. Die eingesetzte Technik kann Rückstände im Millionstel-Gramm-Bereich nachweisen. Das heißt: Es könnte ein Zuckerwürfel in einem Gewässer größer als der Bodensee nachgewiesen werden.

Umfassende Kontrollen gewährleisten Sicherheit

Europaweit werden jährlich ca. 85.000 Lebensmittel-Proben auf Pflanzenschutzmittel untersucht. Dabei werden laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in mehr als der Hälfte der Proben trotz immer genauer werdender Analytik keine Rückstände nachgewiesen. Auch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) führt derartige Untersuchungen durch. Demnach waren 2018 in Österreich 51 Prozent der Proben frei von bestimmbaren Rückständen. Der Anteil an Höchstwertüberschreitungen lag in den vergangenen zehn Jahren zwischen 0,7 und 2,8 Prozent. Auch wenn die Produkte damit nicht verkauft werden dürfen, besteht trotzdem kein Risiko für den Verbraucher, da in die Berechnung der Höchstwerte Sicherheitsfaktoren einbezogen werden.