Nachhaltig gesunde Pflanzen

Moderne Pflanzenschutzmittel erfüllen heute zahlreiche Anforderungen. Deren Wirkstoffe sind hochwirksam, schnell abbaubar und vor der Ernte weitestgehend aus dem Erntegut verschwunden. Bei der Anwendung ist ein möglichst geringes Risiko für Mensch, Tier und Umwelt sicherzustellen. Um das zu gewährleisten, investieren die Hersteller rund zwölf Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung – pro Wirkstoff sind das im Schnitt 286 Millionen Euro. Der Weg vom Entwicklungslabor bis zum praktischen Einsatz dauert ca. 13 Jahre. Im Durchschnitt wird meist nur einer von rund 160.000 getesteten Substanzen als Wirkstoff in einem Pflanzenschutzmittel vermarktungsfähig.

Das fertig formulierte Pflanzenschutzmittel durchläuft jahrelange Versuchsreihen und Prüfungen im Labor, im Gewächshaus und auf Testparzellen im Freiland. Mit unterschiedlichen Hilfsstoffen werden die Eigenschaften des Pflanzenschutzmittels optimiert.

Umfangreiche Untersuchungen gewährleisten hohe Sicherheit

Die Entwicklung und Erforschung von Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln findet vor allem in vier Bereichen statt:

Im Bereich Chemie werden neue Substanzen gescreent. Nur einige wenige werden als wirksam identifiziert, genauer untersucht und anschließend synthetisiert. Danach werden mit den Wirkstoff-Kandidaten diverse Formulierungen entwickelt.

Im Labor, im Glashaus und bei Feldversuchen wird im biologischen Bereich untersucht, ob ein Pflanzenschutzmittel wirksam gegen Schädlinge, Unkraut und Krankheiten ist.

Im Zuge von strengen, gesetzlich vorgeschriebenen toxikologischen Prüfungen werden mögliche Wirkungen auf Menschen, Tiere und Kleinorganismen untersucht. Damit wird sichergestellt, dass das Pflanzenschutzmittel bei sachgerechtem Einsatz keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat.

Im Bereich Umwelt wird das Verhalten des Pflanzenschutzmittels und seiner Abbauprodukte in Boden, Wasser, Luft, Pflanzen und Tieren ermittelt. In standardisierten Labor- und Freilandversuchen wird abgeschätzt, wie lange ein Pflanzenschutzmittel in der Umwelt verbleibt und welche Abbauprodukte entstehen. Es ist sicherzustellen, dass der sachgerechte Einsatz keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Pflanzenschutzmittel sind die bestuntersuchten Substanzen

Zur Bewertung wird ein Dossier eingereicht, das insgesamt bis zu 50.000 Seiten umfasst. Darin sind die Ergebnisse von Studien und Untersuchungen enthalten. Pflanzenschutzmittel sind damit die am besten untersuchten Stoffe in Europa.

Damit die Sicherheit eines Wirkstoffs auch mittel- und langfristig gewährleistet werden kann, werden die Anforderungen für die Genehmigung eines Wirkstoffs laufend an den aktuellen Stand des technischen Fortschritts angepasst. Alle in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchlaufen regelmäßig ein neues Zulassungsverfahren, für das der Hersteller aktuelle Daten und Ergebnisse vorlegt.

Landwirtschaft braucht innovative Betriebsmittel

Die steigenden Anforderungen, sich permanent ändernde Regularien und die damit verbundene fehlende Planbarkeit und Rechtssicherheit haben dazu geführt, dass die Forschungs-investitionen in Europa im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen rückläufig sind. So wurde in den 90er Jahren ca. ein Drittel der Investitionen in Europa getätigt, heute sind es nur mehr ca. 16 Prozent. Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz will mit allen Partnern eine ganzheitliche Agrardiskussion führen, um gemeinsam eine Strategie zur Erhaltung und Steigerung der Innovationskraft zu entwickeln. Denn die europäische Landwirtschaft ist im Kampf gegen diverse Schadfaktoren auf innovative und moderne Betriebsmittel angewiesen.