IGP warnt vor Kauf und Einsatz illegaler oder gefälschter Produkte

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IGP warnt vor Kauf und Einsatz illegaler oder gefälschter Produkte

14 Prozent der gehandelten Pflanzenschutzmittel-Produkte gefälscht – Appell an Landwirte: Vorsicht beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) warnt vor illegalen und gefälschten Produkten, deren Produktion, Vermarktung und Handel international und in Europa ein immer größer werdendes Problem darstellen. Aktuellen Schätzungen des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zufolge waren im Jahr 2017 ca. 14 Prozent der in der EU gehandelten Pflanzenschutzmittel gefälscht, was einem Marktvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro entspricht. Demnach ist der Handel mit illegalen Produkten einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der organisierten Kriminalität in der Europäischen Union.

Hohes Schadensausmaß durch illegale Produkte

„Landwirte sollten ausschließlich zugelassene Produkte kaufen und ausbringen, um wirtschaftliche Schäden, Strafen oder hohe Kosten für die Entsorgung der illegalen oder gefälschten Produkte zu vermeiden“, so Christian Stockmar, Obmann der IGP. „Oftmals sind illegale Produkte jedoch nur schwer zu erkennen. Wir rufen daher die Landwirte aber auch die Händler dazu auf, beim Kauf und Handel darauf zu achten, dass Etiketten in deutscher Sprache enthalten und fest mit der Verpackung verbunden sind. Beim Kauf eines Pflanzenschutzmittels sollten Landwirte zudem unbedingt eine Rechnung mit detaillierten Verkaufsinformationen verlangen“, betont Stockmar. Denn illegale Produkte bergen durch deren Transport und Anwendung enorme Risiken für Menschen, Tiere und die Umwelt. Setzen Landwirte diese Produkte ein, drohen eine langfristige Zerstörung des Bodens, die Verunreinigung von Gewässern, Ernteausfälle und damit das Ende der wirtschaftlichen Existenz des landwirtschaftlichen Betriebs.

Pflanzenschutzmittel-Kauf nur bei seriösen Händlern

Vor allem Länder mit EU-Außengrenzen und große Märkte in Westeuropa sind überdurchschnittlich betroffen. Daher arbeiten Hersteller, Behörden, Handel und Vertreter der Landwirtschaft seit Jahren intensiv zusammen, um gemeinsam mit gezielten Aktionen gegen den Handel mit illegalen Produkten vorzugehen. Die Hersteller und deren Verbände forcieren dazu Schulungen mit Landwirten, die für das Thema sensibilisieren und hilfreiche Tipps beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln geben. Landwirte vertrauen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, die hochwirksam, schnell abbaubar sowie ohne unvertretbare Wirkungen für Mensch, Tier und Umwelt sind. Illegale Produkte und deren Inhaltsstoffe hingegen sind weder getestet, noch zugelassen, oftmals sogar verboten und damit auch keinesfalls sicher. Wir appellieren daher an die heimischen Landwirte, einerseits nur bei seriösen Händlern und Vertriebspartnern Produkte zu beziehen sowie andererseits Verdachtsmomente für Produktfälschungen sofort zu melden. Vor allem hinter attraktiven Angeboten stehen oftmals illegale Produkte – das vermeintliche Schnäppchen kann dabei schnell teuer werden“, unterstreicht Stockmar.

Projekt Silver Axe III zeigt Ausmaß des Handels mit illegalen Produkten 

Die Behörden der EU-Mitgliedsstaaten und die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln haben bereits 2015 das Projekt Silver Axe gestartet, um gegen den Handel mit illegalen Produkten vorzugehen. Dabei werden verdächtige Ladungen an Häfen, Flughäfen und an Landesgrenzen sowie in Produktions- und Wiederverpackungsbetrieben durchsucht. Bei der dritten von Europol koordinierten Aktion im Jahr 2018 – dem Projekt Silver Axe III – wurden dabei innerhalb von 20 Tagen 360 Tonnen illegaler und Counterfeit-Produkte sichergestellt.

 

Bild: Illegale Produkte haben bei einem Maisfeld in Italien zu massiven Schäden in der Kultur geführt.